Wie messe ich Radon?

Radonmessungen in Gebäuden

Die Radonkonzentration in Gebäuden kann stark schwanken. Nur eine Radonmessung gibt Gewissheit über die tatsächliche Radonbelastung einer Wohnung. Die Messung der Radonkonzentration in Innenräumen ist mit einfachen Messgeräten (Radondetektoren siehe Bild) durchzuführen.

Referenzwerte – Begrenzung des Radonrisikos

Laut der Strahlenschutzgrundnormen-Richtlinie 2013/59/Euratom (→ EUR-Lex) der EU soll ein Referenzwert von 300 Bq/m³ nicht überschritten werden.

Es wird empfohlen, dass …

  • ab einer mittleren Radonkonzentration von 300 Bq/m³, Sanierungsmaßnahmen in bestehenden Gebäuden durchgeführt werden sollen
  • bei Neubauten eine mittlere Radonkonzentration von 300 Bq/m³ deutlich unterschritten wird

Man schätzt, dass österreichweit etwa 10 Prozent aller Wohnungen Radonkonzentrationen von über 300 Bq/m³ aufweisen.

Schwankungen der Radonkonzentration in Wohngebäuden

Die Radonkonzentration in einem Gebäude ist in erster Linie von der Gebäudesubstanz (Dichtheit im Fundamentbereich bzw. erdberührende Wände) abhängig. Weiters spielen auch die Bauweise und das Verhalten der Nutzer:innen, Bewohner:innen eine Rolle. Faktoren wie Fundamentausführung, Unterkellerung, Gebäudedichtheit und Lüftungsgewohnheiten beeinflussen die Radonkonzentration. Deshalb weisen benachbarte Wohnhäuser oft sehr unterschiedliche Radonkonzentrationen auf.

Bei der Radonkonzentration treten zudem starke zeitliche und räumliche Schwankungen auf. Tageszeitliche und jahreszeitliche Schwankungen entstehen unter anderem durch große Temperaturdifferenzen zwischen Raum- und Außenluft (Kamineffekt). Diese Schwankungen werden durch das Wohnverhalten (Lüften und Heizen) verstärkt. Zusätzlich sorgen Unterschiede bei der Raumnutzung, der Verteilung von Radoneintrittsstellen und dem Luftaustausch für verschieden hohe Radonkonzentrationen in Räumen. In der Regel nimmt die Radonkonzentration in höheren Stockwerken ab. Überdies hinaus spielen auch die Druckdifferenzen, welche maßgeblich durch die gegebenen Luftdruckverhältnisse und den Winddruck beeinflusst werden, eine Rolle.

Langzeitmessungen für Referenzwertvergleiche

Für einen Vergleich der gemessenen Radonkonzentration mit dem Referenzwert werden Langzeitmessungen benötigt. Diese dauern mindestens sechs Monate. Damit werden tageszeitliche und jahreszeitliche Schwankungen abgedeckt. Mehr als die Hälfte des Messzeitraums muss in die Heizperiode fallen.

Die Messung erfolgt durch das Aufstellen von Detektoren in den beiden meistgenutzten Wohnräumen, üblicherweise Wohn-, Schlaf- oder Kinderzimmer. Die Messgeräte werden von einer ermächtigten Messstelle zugesandt und sind nach Messende zur Auswertung zurückzusenden. Eine Liste der ermächtigten Überwachungsstellen finden Sie hier.

In nicht oder nur wenig genutzten Wohnungen (zum Beispiel in Wochenendhäusern) ist eine Radonmessung für einen Referenzwertvergleich nicht zulässig.

Detaillierte Angaben zu geeigneten Radonmessverfahren enthält die ÖNORM S 5280-1 „Radon – Messverfahren und deren Anwendungsbereiche“ (derzeit in Überarbeitung).

Radonkonzentration

Die Radonkonzentration wird in Becquerel pro Kubikmeter (Bq/m³) gemessen. Die Einheit beschreibt die mittlere Anzahl an Atomkernen, die in einer Sekunde zerfallen. Eine Radonkonzentration von 300 Bq/m³ bedeutet, dass in einem Kubikmeter Luft pro Sekunde 300 Radonatomkerne zerfallen und dabei Strahlung aussenden.

Der Referenzwert für die Radonkonzentration in Aufenthaltsräumen beträgt 300 Bq/m³ im Jahresmittel.

Messung von Radon und nicht der Folgeprodukte

Warum wird die Radonkonzentration und nicht die Konzentration der Folgeprodukte bestimmt?

Nicht das Radon selbst, sondern die Radonfolgeprodukte sind eigentlich für die Strahlenbelastung verantwortlich. Der Grund ist, dass die Messung von Radon leichter durchgeführt werden kann, insbesondere im Fall von Langzeitmessungen. Die Messung der Radonkonzentration liefert eine gleich gute Information über die Strahlendosis. Dies gilt insbesondere für Messungen über längere Zeiträume und für Räume, in denen aufgrund ihrer Nutzung keine außergewöhnlichen Aerosolkonzentrationen auftreten. Nur in Spezialfällen (zum Beispiel in Bergwerken) kann es notwendig sein, auch die Konzentration an Radonfolgeprodukten zu messen.